juni 2000

an uns

LeserInnenbriefe

Richtigstellung zum Hubert-von- Goisern-Kurzfehler im April 2000

Der aufbau eures artikels ist dergestalt, dass der schluss zwar unausgesprochen, aber doch angedeutet ist, ich wäre dem rechten lager zuzuordnen: »seine moralische(?) betroffenheit kann ihm abnehmen wer will«. Die, aus ihrem ursprünglichen kontext gerissenen zitate: »wer überall zu hause ist, ist nirgends zu hause«, sowie »de ham des im bluat« und ebenso die unterstellung, ich würde für eine einbeziehung der volkskultur ins programm der salzburger-festspiele plädieren, versuchen dies zu belegen.

Meine kritik bei der demo am residenzplatz richtete sich u.a. gegen eine aussage von festspiel-intendant gerard mortier, welcher in einem interview der »Zeit«, den schluss zog, mit der regierungsbeteiligung der fpö wird es fortan nur mehr jodelkonzerte in österreich geben.

Damit rückt er all jenen, die mit jodeln etwas »auf dem hut« haben, in das freiheitliche lager. Mit einer derartigen pauschalierung und damit auch ausgrenzung (von den »ehrlich betroffenen«?) trägt man nur zu einer weiteren polarisierung bei. Dagegen verwehre ich mich - nicht nur aus persönlichen gründen, sondern auch weil es der sache schadet, nämlich dem ausbau einer toleranten, integrativen gesellschaft.

mfg hubert von goisern

p.s: einige ähnliche reaktionen auf meine worte anlässlich jener kundgebung haben gezeigt, dass es bei derartigen veranstaltungen offensichtlich unmöglich ist, für eine differenzierte sicht gehör zu finden.