mai 2002

Georg Wimmer
titel

Salzburg 2002: Agenda of Protest

Salzburger Wirtschaftsgipfel.

Gemeinsame Veranstaltung von ATTAC, dem Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte, und dem ÖVP-Wirtschaftsbund. Motto: Neue Problemstellungen fordern neue Lösungen. Der seltsamen Koalition liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass auch Klein- und Mittelbetriebe zu den großen Verlierern der neoliberalen Globalisierung gehören.

Alternativ-Gipfel.

Soll Organisationen wie Greenpeace oder Amnesty International, die grundsätzlich keinen Bündnissen beitreten, an denen politische Parteien teilnehmen, in den Protest einbeziehen. Sicher ist die Teilnahme der Leopold-Kohr-Akademie. Wie im Vorjahr werden am Samstag auf Einladung von ATTAC im Brunauer Zentrum der Arbeiterkammer prominente GobalisierungskritikerInnen referieren. Angefragt sind die Trägerin des Alternativen Nobelpreises Vandana Shiva aus Indien oder der Finanzexperte Elmar Altvater. Lokale Perspektiven sollen VerterterInnen von bäuerlichen Betrieben oder der »EZA 3. Welt« einbringen.

Die Demo.

Sehr breite Protestbewegung, die auf Salzburg zukommt. Wird – Genehmigung durch die Polizei vorausgesetzt – am Sonntag zur Eröffnung des WEF stattfinden. Schon im Vorjahr nahmen unterschiedlichste Gruppierungen teil. Von Kleinbauern bis zu Gewerkschaften. Zur Teilnahme aufrufen wird das Salzburg Social Forum. Die Polizei wird heuer voraussichtlich eine »gehende« Demo genehmigen. Knackpunkt könnte die Diskussion um die Route werden. Denn der Symbolgehalt einer Demo etwa von Lehen nach Maxglan hält sich in Grenzen. Kommt keine Einigung zustande, könnte dies mehrere, unorganisierte Kundgebungen in der Stadt zur Folge haben.

Streitgespräch mit dem WEF.

Innerhalb der Zivilgesellschaft umstrittenes Unterfangen. Für Montag angesetzt. Kritiker meinen, es diene nur den PR-Interessen des WEF. Replik: ohne Streit keine inhaltlichen Fortschritte. Außerdem: Einzige Veranstaltung, auf der sich Manager Meinungen aus der Zivilgesellschaft in voller Länge anhören müssen.

Dialogforum Globalisierung.

Eine Initiative der Salzburg-Kommission im Auftrag von Landeshauptmann Franz Schausberger. Eingeladen sind staatliche und halbstaatliche Institutionen wie die Kammer für Land- und Forstwirtschaft, aber auch NGOs. Gemäßigtes Interesse seitens der NGOs, denn: Es kursiert die Angst vom LH inhaliert zu werden.