juni-juli 2004

Marijke Wolfsgruber

Industriegebäude wird Kulturlocation

In Trimmelkam (OÖ) entsteht das neue Kulturzentrum Sakog

Wie auch immer das Ergebnis letztlich aussehen mag, welche Konzerte, welche Veranstaltungen, welche Inhalte Trimmelkam auch immer anbieten wird: Eines steht jetzt schon fest: Die Location ist – wie man umgangssprachlich so sagt – eine Nummer für sich. Der riesige Industriebau am Kohlegelände der Sakog wurde 1957 erbaut und war bis zu Beginn der Neunzigerjahre in Betrieb. Nun entsteht hier – aus Salzburger Sicht ideal an der Endstation der Lokalbahn gelegen – ein Kulturzentrum. Es soll bis zu 550 BesucherInnen Platz bieten.

Assoziationen mit der Entstehungsgeschichte anderer Kultureinrichtungen auf anderen ehemaligen Industriestandorten drängen sich irgendwie auf.

Aber auch sonst erinnert ältere Semester der Kulturszene in Trimmelkam einiges an die Etablierung anderer Einrichtungen. Seit rund sieben Jahren organisieren die Beteiligten des Vereines „meta. morfx“ (www.meta.morfx.org) Veranstaltungen. Man hatte das Gebäude für Veranstaltungen gemietet; mit hohem Risiko und jeder Menge Troubles, gab es doch damals keine Rechtsgrundlage für die Events. Als Rechtspersönlichkeit existiert der Verein erst seit 2001, als mit den Planungen für den Umbau der Industriehallte begonnen wurde. Seit einem halben Jahr wird nun täglich am Gebäude gearbeitet. Und auch das kommt bekannt vor: Die meisten Bauarbeiten werden von den rund 40 Mitgliedern des Vereins in ehrenamtlicher Arbeit bewerkstelligt. In den letzten zwei Jahren wurden von den Mitgliedern mindestens 5000 Arbeitsstunden geleistet, um das gemeinsame Projekt auf die Beine zu stellen. Kulturelles Engagement heißt eben immer noch Selbstausbeutung.

Und was soll sich bei Sakog in Trimmelkam in Zukunft abspielen? Jedenfalls nicht „Mainstream“ meint Florian Hummer im »kunstfehler«-Gespräch. „Wir wollen jedem, aber speziell der Jugend in der Umgebung, eine Möglichkeit bieten, sein kreatives Potential zu erweitern“, so der stellvertretende Vereinsobmann. Dazu soll sogar ein eigenes Medienstudio eingerichtet werden. Irgendwann diesen Sommer ist so etwas wie eine „vorläufige“ Eröffnung geplant. Und dann soll das provisorische Kulturzentrum parallel zu den ersten Events und Aktionen Schritt für Schritt finalisiert werden.