dezember 1998

editorial

Liebe Leserinnen! Liebe Leser!

»Wir leben in spannenden Zeiten.« Diese Feststellung von Michael Gorbatschow anläßlich einer der ersten Glasnost-Diskussionen in den 80er Jahren wurde damals von seinen Kritikern mit einem bitteren Zusatz ergänzt: »Wir werden uns noch wünschen, die Zeiten wären nicht ganz so spannend.« Beide Aussagen lassen sich auf Aktuelles in Salzburg übertragen. Zweifelsohne spannend ist beispielsweise die Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Gruppen der Salzburger Bürgerliste. Wir freilich wünschten uns, der Streit wäre nur halb so spannend.

Dies nicht, weil in der Redaktion lauter »Grüne« sitzen. Schon eher, weil wie immer der Konflikt, den geradsinnig denkende Menschen ohnehin nicht nachvollziehen können, am Ende ausgehen mag, die Bürgerliste nach den Wahlen im März 1999 geschwächt dastehen wird. Was uns parteipolitisch gesehen auch noch egal sein könnte, würden wir so nicht wichtige Ansprechpartner verlieren.

Johann Padutsch, Vizebürgermeister und Planungsressortchef, etwa hat im Zuge des Ideenwettbewerbes zum Um/Neubau der ARGE-Kulturgelände Nonntal mitgemacht, als ginge er am Mühlbacherhofweg ebenso oft ein und aus wie die MitarbeiterInnen des »kunstfehlers«. Es wäre schade, würden wir engagierte Menschen wie ihn in der Kommunalpolitik nach dem 7. März 1999 nicht mehr vorfinden.

Guten Rutsch wünscht Euch Eure red.