märz 2000

Didi Neidhart

ALLES NEU

Das Projekt »UNI-PARK Nonntal/Freisaal«

Wer nicht in Salzburg respektive im Nonntal wohnt, muss sich wohl ein gar gräuliches Bild vom architektonischen Ist-Zustand des Gebiets zwischen Petersbrunnstraße, Schanzlpark, Josef-Preis-Allee, Hellbrunnerstraße, Freisaal machen. Überschlagen sich doch im vom Magistrat herausgegebenen Info-Folder »Stadtteil der Zukunft - UNI-PARK Nonntal/Freisaal« nur so die Negativbeschreibungen. In, um und um das Kulturgelände Nonntal herum ist so gut wie alles »desolat«, »abgenutzt«, »veraltet«, »baufällig«, »jeder Beschreibung spottend«, »kaum zumutbar«. Muss ja auch irgendwie sein, denn diese »Stadtreparatur«, bei der »gleich ein ganzes Stadtquartier neu zu bauen« sei (Grünen-Stadtrat Johann Padutsch), stellt mit einer prognostizierten Bauzeit von acht Jahren keinen Klacks dar. Jedenfalls ist seit Februar die »konkrete Planungsphase« angebrochen und lässt im »struktur- und prinziplosen« Planungsgebiet scheinbar wirklich keinen Stein mehr auf dem anderen.

Das Video zum Projekt zeigt es mit grösster Eindringlichkeit - die Plattenbauten der Universiät, vor knapp 30 Jahren als Provisorium erbaut, eignen sich eigentlich nur noch als Kulissen für jenen eher unmöglichen Fall, dass Franz Antel einen postapokalyptischen »Bockerer« plant. Als Herzstück des »UNI-PARK Nonntal/Freisaal« sollen die neuen Institutsgebäude auf dem jetzigen Union-Sportplatz errichtet werden. Die rund 22.500 Quadratmeter Nutzfläche sollen dann Sprach-, Musik-, Sport-, Erziehungswissenschaften, Bibliothek, Dekanat, ÖH sowie Wissenschaftsagentur und Sprachenzentrum beherbergen.

Nach den Erfahrungen mit dem Bahnhofsvorplatz und angesichts dessen aktueller Erscheinungsform dürfte der Bau eines neuen, »attraktiven«(!) Reisebusterminals (acht Ein- und Aussteigeleisten, überdachter Aufenthaltsbereich) am Petersbrunnparkplatz wohl zu einer architektonisch-städteplanerischen Mega-Herausforderung werden. Es wäre nicht unbedingt die beste Idee, den jetztigen O-Busterminal am Bahnhof als Vorbild zu nehmen. Das würde den Touris auch der Marsch durch den »historischen Kern Nonntals« in Richtung Innenstadt die ersten Minuten in Salzburg nicht wirklich versüßen.

Besonderen Stellenwert hat die Schaffung eines neuen Grünraums. Zu diesem Zweck wird nicht nur der Parkplatz an der Akademiestraße wieder zu Grünland werden, sondern auch ein Grünkeil zwischen den neuen Universitätsgebäuden und der geplanten Hypo-Zentrale errichtet, der den Neo-Naherholungsraum bzw. das Gelände um Freisaal bis an die Altstadt heranführt. Dieser Grünkeil soll auch den »Uni-Park« für RadfahrerInnen und FußgängerInnen erschließen. Verkehrstechnisch wird die neue Universität über die Hellbrunnerstraße und die Akademiestraße zu erreichen sein. Zusätzlich ist eine Achse von der Akademiestraße Richtung Josef-Preis-Allee (dann »verkehrsberuhigt«) für öffentlichen Verkehr geplant.

Noch nicht ganz fix ist die Errichtung einer neuen Zentrale für die Landes-Hypothekenbank (auf einem Teil des heutigen Busterminals Süd und im jetzigen Tribünenbereich des Union-Sportplatzes). Laut Bürgermeister Heinz Schaden wird die »Einladung« der Stadt derzeit noch seitens der Hypo-Bank geprüft. Sollte es zu einer Zusage kommen, wäre eine gemeinsame Tiefgaragenlösung mit der Universität möglich.

Auch das geplante »Sportzentrum Mitte« für »Sportvereine, Gymnasien, Universität« an der Akademiestraße ist noch Verhandlungsgegenstand. Um die zwei großen Hauptspielfelder, eine Mitteltribüne, eine 400m Rundlaufbahn, sowie Bauten für Hallensport errichten zu können, müssen nämlich noch zusätzliche Flächen vom Kloster St. Josef erworben werden. Eher sicher sind hingegen drei weitere Sportplätze südlich der Schulen.

Wenn die Endergebnisse des EU-weit ausgeschriebenen Wettbewerbs wirklich Ende 2000 feststehen sollten (und auch die jetzt noch anstehend »87 Einzelfragen« geklärt sind), wäre 2001 mit der Fixierung konkreter Bauaufgaben sowie der Änderung rechtlicher Rahmenbedingungen durch die Stadt (Entwicklungskonzept, Flächenwidmungsplan, Neuaufstellung des Bebauungsplanes) zu rechnen. »Bereits 2002« könnten dann Universität und Hypo-Bank mit einem Baubeginn rechnen. Danach wären die Sportanlagen gebaut.

Und das Kulturgelände Nonntal? Da wird die »endgültige Situierung« zwischen der Universität und den Sportanlagen noch »offen« gehalten. Da es aber schon ein konkretes, von den Architekten Kopeinig und Kresitschnig entwickeltes Projekt gibt, sei durchaus mit einem vorgezogenen Baubeginn zu rechnen. Was immer darunter zu verstehen sein mag ...

Nähere Infos & Fragen:

Tel.: 0662/8072-2715

bzw. -2353

e-mail: andreas.schmidbaur@stadt-salzburg.at

e-mail: brigitte.neubauer@stadt-salzburg.at

Internet:

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