märz 1999

Didi Neidhart
wenn und aber

Fehler!

Uns ist ja schon einiges im »kunstfehler« passiert, wegen dem wir bei Redaktionssitzungen mit hochroten Zitronengesichern dasaßen, uns leicht bis mittelschwer indigniert anblickten und verständnislos die Köpfe schüttelten. Sowas gehört jedoch auch zum journalistischen Alltag. Solange es sich hierbei nicht um kapitale Böcke handelt, die dabei geschossen werden, ist es auch nicht weiter schlimm und wir streuen Asche auf unsere Häupter und versprechen inständig Besserung. Was uns jedoch bei der letzen »kunstfehler«-Ausgabe (Jan/Feb 99) an Böcken passiert ist, hat die territorialen Grenzen jener Kuhhaut, auf die bekanntlich eh nich so viel geht, bei weitem überschritten. Auch das mit dem »Teufel im Detail« haut bei Böcken, die sich als komplette Beiträge (eine Seite!) präsentieren, nicht mehr so recht hin. Natürlich könnten wir jetzt ganz lässig auf die Heftproduktionsphase zwischen Weihnachten und Silvester verweisen. Nur wie würden wir so dastehen? Als Glühwein-, Orangenpunsch-, Rumtopf-Nasen. Genau! Aber das waren natürlich nicht die Gründe, warum uns u.a. alte Artikel (inklusive diverser Verweise auf Sommer- und Herbsttermine anno 1998) sowie ein CD-Review vom letzten Heft (auch wenn »Instant Flavour« von der Familie Seelig wirklich super ist) in die Jan/Feb-Ausgabe gerutscht sind. Viel eher handelte es sich dabei um ein fatales Zusammentreffen verschiedener digitalisierter Mutationen des einst so berüchtigten Tippfehlerteufelchens. Als da wären:

a) geheimnisvolle Vorgänge innerhalb der Grammatik- und Satzbauprogramme verschiedener Computersysteme während des Konvertierens von Disketten von einem System auf ein anderes - vergleichbar mit jenen Ergebnissen, die herauskommen, wenn Monty Python mittels Fremdsprachenwörterbuch eine Salami kaufen wollen und dies als »Ich will machen die Bumsi Bumsi mit dir« artikulieren.

b) Ein eher knausrig zu nennendes Verhältnis bezüglich der Anschaffung neuer Disketten innerhalb der »kunstfehler«-Redaktion. Auch wenn sich der Trend zur Zweitdiskette immer mehr durchsetzt, so kommt es doch immer wieder vor, daß auf den abgegebenen Datenträgern nicht nur die Artikel für den aktuellen »kunstfehler« enthalten sind, sondern auch ältere Beiträge sowie Sachen, die nun aber wirklich überhaupt nichts mit dem »kunstfehler« zu tun haben. Jedenfalls wissen wir jetzt, daß die tägliche Bestreuung des Kopfes mit Asche nicht wirklich schlecht für den Haarwuchs und den dazugehörenden Teint ist, im »kunstfehler« alles möglich ist, aber sowas natürlich nie und nimmer wieder vorkommen wird.